mayumi über ihre Buchobjekte:
"Meine 'Bücher' sind in ihrem Charakter rätselhaft, ihr Inhalt verschlüsselt. Ganz in dem Sinne, wie Borges uns die in der "Bibliothek von Babel" beschriebenen Bücher vorstellt oder auch analog zu der in Peter Greenaways Film "Prosperos Bücher" entwickelten Buchwelt, die vieles nur andeutet und ahnen lässt."

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mayumi über ihre anderen Objekte:
"Lassen wir die Dinge einen Moment ohne Namen, um den Worten die Macht zu nehmen und den Dingen ihre Unschuld zurückzugeben." Diese Äußerung von Jean-Luc Goddard gibt etwas von dem wieder, das in meinen Arbeiten atmet: Gefühle, Gedanken, Stimmungen, in ihrer ersten Erscheinung aufgezeigt, noch bevor deren stofflicher Abdruck durch Worte verfälscht werden kann.
Nicht nur in Kleidern, auch in Schuhen, Hüten, Taschen bleiben Gedanken und Träume hängen. Wie oft treten wir unachtsam auf, zertreten etwas, treten auf der Stelle. Neben skripturalen Elementen arbeite ich in meine Objekte auch Fundstücke mit ein wie Eintrittskarten, Briefmarken oder den Rest eines Briefes, den jemand bewegt und unvermittelt an sich gedrückt hat. "Es ist die Sendung der Poesie, ans Licht zu bringen, was sich in den Falten der Zeit verbirgt", wie Borges sagt. Falten bergen Geheimnisse, ihre Entfaltung setzt unsichtbare Berührungs- und Gedankenspuren frei, wie das Morgenlicht die Rätsel der Nacht aufdeckt. Wie ein Ton in der Schwebe bleibt oder etwas Unvollendetes zum Weitermachen, so hat der Betrachter alle Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Robert Wilson sagt, dass er in seinen Stücken erzählt, nicht erklärt - dem schließe ich mich an. Philippe Jaccottet hat vielleicht am schönsten in Worte gekleidet, was mir Anliegen ist: "Wenn es uns gelingt, den Formen ihren Atem zu lassen; sie als Begrenzung innerhalb einer Grenzenlosigkeit zu zeichnen; ihnen Konturen und Körper zu verleihen, ohne die Transparenz zu beeinträchtigen: Nur dann besteht die Chance, dass sie in Erscheinung treten."