Eindrucksvolle, oft rätselhafte erscheinende Bildräume von erstaunlicher Imaginationskraft und eine subtile, aufwändige Maltechnik kennzeichnen die Bilder von Max P. Häring:

In seinen Raumillusionen kombiniert er  die „altmeisterliche" Lasurmalweise mit einem feinen Gespinst aus impressionistisch wirkenden Farbschraffuren und schafft so eine magisch vibrierende Atmosphäre.
In seinen Bildwelten sind Nähe und Ferne in einem diffusen, fast monochromatischen Bildgrund aufgelöst oder besser eingewoben. Der erste Blick richtet sich auf etwas weit Entferntes, das wie mit einem Teleobjektiv selektiert und nähergebracht wird, jedoch auch aus der Nähe betrachtet seine Unschärfe und Unbestimmbarkeit behält. Schemenhaft nimmt man Figuren wahr, Zeichen und Symbole, die schwebend durcheinander zu wirbeln scheinen im immerwährenden Tanz von Entstehen und Vergehen.

In seinen Zeichnungen lässt sich der Künstler gern von Werken der Weltliteratur inspirieren. „Freecomic“ bezeichnet er diese sehr assoziative, manchmal bis an die Grenze zum Chaos sich bewegende Art der zeichnerischen Auseinandersetzung. Die aktuellen Zeichnungen beziehen sich auf  Texte aus dem Roman „Gegen den Tag“ des amerikanischen Kult-Autors Thomas Pynchon.  

Härings Bilder und Zeichnungen üben eine ähnliche Faszination aus, wie sie Höhlenzeichnungen haben. Mit ihrer suggestiven Bildkraft und handwerklich souveränen Meisterschaft stellen sie eine absolute Ausnahmeerscheinung im aktuellen Kunstbetrieb dar.